FAQ
Antworten auf häufige Fragen zur lichtempfindlichen Epilepsie, WCAG 2.3.1-Konformität und zur Verwendung von Video Audit.
Wer sollte dieses Tool nutzen und warum?
Alle, die Video- oder animierte Inhalte erstellen oder testen, sollten sich dafür interessieren. Dazu gehören Videoproduzenten, Cutter, Web- und Spieleentwickler sowie Barrierefreiheitsexperten. Beispielsweise können Webentwickler animierte Banner oder Spielszenen testen, und Videoproduzenten ihre Filme oder Werbespots auf Sicherheit prüfen. Die WCAG weisen ausdrücklich darauf hin, dass alle Inhalte einer Webseite die Kriterien zur Anfallssicherheit erfüllen müssen (w3.org). Unser Video-Analysetool richtet sich an dieselbe Zielgruppe: Wenn Ihre Website oder Ihr Video blinkende Inhalte enthalten könnte, ist eine Prüfung sinnvoll.
Gibt es einen kostenlosen Online-Epilepsie-Test für Videos und GIFs?
Ja! video-audit.com ist ein völlig kostenloses, browserbasiertes Testtool. Sie müssen keine native Desktop-Software herunterladen oder installieren, um Ihre Clips zu überprüfen. Ziehen Sie Ihre `MP4`-, `WebM`- oder `MOV`-Datei einfach per Drag & Drop in unseren Analysator, um sofort direkt in Ihrem Webbrowser auf Risiken durch photosensible Epilepsie zu testen.
Wird dieses Tool offiziell vom W3C anerkannt?
Ja, unser Analysator ist in der offiziellen Liste der W3C Web Accessibility Initiative (WAI) Evaluation Tools veröffentlicht. Er wurde entwickelt, um speziell das WCAG-Erfolgskriterium 2.3.1 für blinkende Inhalte zu testen.
Was ist der Harding-Test und wie vergleicht sich dieses Tool damit?
Der Harding FPA (Flash and Pattern Analyzer) ist die Goldstandard-Software der Rundfunkbranche, die vom britischen Fernsehen (Ofcom) vorgeschrieben ist, um Zuschauer vor anfallsauslösendem Material zu schützen. Es ist eine hochentwickelte, kostenpflichtige technische Software, die in erster Linie für die professionelle TV-Produktion entwickelt wurde. Obwohl unser Tool ähnliche zugrunde liegende mathematische Konzepte verwendet (Analyse von Leuchtdichte-/Rotübergängen), um Blitze zu erkennen, sind wir ein kostenloses, vereinfachtes, webbasiertes Tool, das sich direkt auf die Einhaltung der WCAG 2.3.1 für digitale Webentwickler konzentriert. Wir sind nicht offiziell mit dem Harding-Test verbunden.
Wie teste ich mein Video oder meine Website auf anfallsauslösende Flashes?
Sie können jede Videodatei testen, einschließlich Bildschirmaufzeichnungen von Websites oder Apps. Nehmen Sie den Inhalt einfach auf (z. B. mit Screen-Capture-Software) und laden Sie dieses Video in unser Tool hoch. Das System analysiert es Bild für Bild.
Wie interpretiere ich die Analyse-Diagramme und Warnungen?
Die Ausgabe zeigt zwei Hauptdiagramme: relative Luminanz (Helligkeit) und Rotanteil. Spitzen im Luminanzdiagramm (meist eine weiße Linie) weisen auf helle Flashes oder Übergänge hin; Spitzen im Rotanteilsdiagramm zeigen Frames, in denen die Szene stark rot ist. Über jeder Spitze kennzeichnet das Tool, ob es sich um einen WCAG-„allgemeinen Flash“ oder „roten Flash“ handelt. Flashes, die häufiger als dreimal pro Sekunde auftreten, gelten als WCAG-Verstöße und werden in den Warnfeldern unterhalb der Diagramme aufgeführt.
Was sollte ich tun, wenn mein Video gegen die Flash-Richtlinien verstößt?
Wenn die Analyse Verstöße zeigt, sollten Sie den Inhalt bearbeiten, um das Risiko zu reduzieren. Häufige Maßnahmen sind:
- Flash-Rate reduzieren: Bearbeiten Sie das Video so, dass blinkende Szenen ≤ 3-mal pro Sekunde auftreten oder in langsamere Sequenzen aufgeteilt werden.
- Helligkeit/Kontrast reduzieren: Dämpfen Sie abrupte Helligkeitssprünge (sodass Luminanzänderungen unter 10 % liegen).
- Intensive Rottöne vermeiden: Färben Sie stark gesättigte Rottöne in weniger intensive Farben um oder entsättigen Sie sie.
- Flash-Fläche minimieren: Schneiden oder maskieren Sie große helle Bereiche, sodass gleichzeitige Flashes weniger als ca. 25 % des Bildschirms einnehmen.
Was ist photosensitive Epilepsie und was löst sie aus?
Photosensitive Epilepsie ist eine Form der Epilepsie, bei der Anfälle durch visuelle Reize ausgelöst werden – insbesondere durch blinkende oder flackernde Lichter und kontrastreiche Muster. Mit anderen Worten: Schnelle Hell-Dunkel-Wechsel können bei anfälligen Personen Anfälle auslösen (epilepsy.org.uk, developer.mozilla.org).
Wie wirken sich blinkende Lichter in Videos auf Betroffene aus?
Blinkende Inhalte in Videos (oder Animationen auf einer Webseite) können bei photosensitiven Personen Anfälle oder andere Symptome (Schwindel, Übelkeit, Migräne) auslösen. Studien zeigen, dass Flashes im Bereich von etwa 5–30-mal pro Sekunde am ehesten Anfälle provozieren (developer.mozilla.org). Zum Schutz der Nutzer verlangen die WCAG-Richtlinien ausdrücklich, dass Video- oder animierte Inhalte Flashes begrenzen.
Was sagen die WCAG-Richtlinien zu blinkenden Inhalten?
Die WCAG-Standards ab Version 2.0 enthalten spezielle Kriterien zur Vermeidung von Anfallsauslösern. Erfolgskriterium 2.3.1 (Drei Flashes oder unter dem Schwellenwert, Stufe A) besagt, dass Seiten nicht mehr als 3-mal pro Sekunde blinken dürfen, es sei denn, jeder Flash liegt unter definierten Helligkeits- und Größenlimits (w3.org, silktide.com). Mit anderen Worten: Entweder maximal 3 Flashes pro Sekunde oder schnellere Flashes müssen die Sicherheitsgrenzen einhalten.
Wie mache ich mein Video WCAG 2.2 AA konform bezüglich Blitzen?
Um das WCAG-Erfolgskriterium 2.3.1 (Drei Blitze oder unterhalb des Schwellenwerts) zu erfüllen, müssen Sie sicherstellen, dass Ihr Video oder Ihre Animation nichts enthält, was in einem Zeitraum von einer Sekunde mehr als dreimal blitzt. Wenn eine Sequenz schnell blitzt, müssen die Blitze unter den allgemeinen Blitz- und Rotblitz-Schwellenwerten bleiben. Sie können unseren Analysator verwenden, um genau diese Schwellenwerte zu visualisieren. Wenn der Analysator eine Verletzung erkennt, müssen Sie Ihr Quellvideo bearbeiten, um die Bildrate des Blitzeffekts zu verlangsamen, den Kontrast der hellen Blitze zu verringern oder die physische Oberfläche des blinkenden Elements auf dem Bildschirm zu reduzieren.